Heutzutage haben wir doch einen von Bewegungsarmut geprägten Lebensstil. Denn im Gegensatz zu dem aktiven Jäger- und Sammlerleben unserer Vorfahren, verbringen wir die meiste Zeit im Sitzen. Ob wir nun mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren, am Schreibtisch sitzen, nach Hause fahren, und abends dann auf der Couch vorm Fernseher mit einem Bier oder einem Glas Wein Tag ausklingen lassen. Gleichzeitig ist unser Lebensstil aber auch von sehr viel mehr Schnelligkeit bestimmt. Seit Beginn des neuen Jahrtausends hat sich die Kommunikationstechnik rasant weiterentwickelt – in den 1990ern begann der weltweite Siegeszug von eMail und Internet. Bis dahin wurde per Brief, Fax oder Telefon kommuniziert. Die Vorteile von WhatsApp oder SMS liegen auf der Hand, aber es bedeutet auch, dass wir rund um die Uhr erreichbar sind und dass wirklich jeder – unsere Lieben, Freunde oder Geschäftspartner – eine sofortige Antwort auf alles und jedes erwartet. Und das kann richtig anstrengend sein!

Nun, wir können die Zeit ja nicht zurückdrehen und uns wieder zu König Artus gesellen, als der Tag noch weniger schnelllebig war. Da hat man geduldig auf den nächsten zu erlegenden Drachen gewartet oder auf den Boten, der per Pferd kam und einem die neue Agenda für die nächste Sitzung der Tafelrunde überreicht hat. Man hatte Zeit, seine Schwertfertigkeiten zu verbessern und Zeit, um zu kochen und zu backen. Es ist natürlich richtig, dass sich unser Lebensstil, dh. unsere täglichen Aktivitäten und unsere Ernährung, im Laufe der Zeit immer wieder verändert hat, aber Studien belegen eindeutig, dass unser Lebensstil sich auf unser körperliches und geistiges Wohlbefinden auswirkt. Und wie so oft, haben wir es jeden Tag in der Hand, unser Leben ein Stück weit besser zu gestalten. 

Wir versuchen tagtäglich, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen und haben dadurch natürlich nur begrenzte Zeitfenster für alles. Leider heißt das auch oft, dass eine ausgewogene Ernährung hintenansteht. Stattdessen hat sich eine To-Go-Kultur entwickelt, ohne geregelte Mahlzeiten. Ich sage nur: impulsives essen! Heue wissen wir, dass eine ausgewogene Ernährung unsere Darmflora unterstützt und förderlich für unsere Gesundheit und unser Immunsystem ist. Man muss sich damit natürlich ein wenig auseinandersetzen, sprich Zeit investieren, andererseits erhöhen eine unausgewogene Ernährung und unregelmäßige Mahlzeiten nachweislich das Krankheitsrisiko. Also vielleicht doch mal lieber zum Apfel greifen als zum Doughnut. Und falls es wirklich mal ganz schnell gehen muss und absolut keine Zeit zum Kochen bleibt, so haben viele Supermärkte doch gute gesunde Alternativen zum Mitnehmen wie zum Beispiel Salate oder frisch aufgeschnittenes Obst. Wenn doch Zeit zum Kochen ist, muss es ja nicht immer Fleisch sein – der Fischfreitag bei Oma und Opa war doch gar nicht so schlecht. 

Im Schnitt verbringt man im Büro drei Stunden seines Tages damit, eMails zu lesen und zu bearbeiten, und überprüft an die 15 Mal sein Postfach. Laut Statistica haben Spam-Mails im März 2020 fast 54% des weltweiten eMail Datenverkehrs ausgemacht. Das hört sich doch alles ziemlich unentspannt an. Da hilft nur eins: einfach mal durchatmen und sich vom Computer wegbegeben. Gibt es etwas Wichtiges zu besprechen? Da kann man doch auch einfach mal zum Hörer greifen, sich zum Mittagessen treffen oder mal schnell bei den Kollegen im Büro vorbei schauen auf eine Tasse Kaffee. Zum einen macht es deutlich mehr Spaß als eMails „rauszuhauen“ und zum anderen ist die persönliche Interaktion (meistens) eine Bereicherung und man kommt schneller zum Ziel.

Die „Sitzkrankheit“ gibt es tatsächlich – und bezeichnet quasi alle Folgeschäden unseres „sitzenden Lebensstils“, angefangen von Rückenschmerzen bis hin zu einem eingebremsten Stoffwechsel. Wenn man mal alles zusammenzählt – der Weg in die Arbeit, die Zeit im Büro, der Weg nach Hause, den Abend auf der Couch – kann man wohl getrost sagen, dass wir ganz locker neun Stunden am Tag sitzen. Vor vielen Tausenden von Jahren hat sich der aufrechte Gang des Menschen entwickelt – ein wahrhaft großer Schritt in der Evolution. Der Zweibeiner-Körper ist letztendlich auf aktive Bewegung ausgelegt - da fällt mir doch spontan Bob Marley’s „Get up, Stand Up“ ein.  Raus an die frische Luft. Bewegung hebt die Stimmung auf natürliche Art und Weise, denn mit der Bewegung werden vermehrt Endorphine – unser Glückshormon – ausgeschüttet. Und das ist doch der beste Grund, die Treppen zu nehmen anstatt des Aufzugs, oder nicht? Regelmäßiger Sport trägt auch zu einem gesunden Gewicht bei und reduziert das Risiko von Herzerkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes. 

„Kümmere dich um deinen Körper. Es ist der einzige Ort, den du zum Leben hast.“ – Jim Rohn.

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