Das Immunsystem ist unser körpereigenes Schutzschild – ein komplexes Abwehrsystem bestehend aus Organen, Schleimhäuten und Zellen, das uns gegen verschiedene Eindringlinge verteidigt. Gegen Schädlinge wie zum Beispiel Viren und Bakterien oder Schadstoffe wie Chemikalien und Giftstoffe. Das Immunsystem sorgt dafür, dass wir gesund bleiben, indem es gegen Infektionen und Krankheiten kämpft und das Gleichgewicht des Köpers erhält. Aber was ist denn das Immunsystem genau und wie funktioniert es?

Das Immunsystem besteht aus einer angeborenen und aus einer erworbenen Immunität. Angeborene oder auch natürliche Immunität bezieht sich auf die Verteidigungsmechanismen, mit denen wir auf die Welt kommen – dieses System greift schnell und sofort, wenn Eindringlinge zuschlagen. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich um einen Verteidigungsmechanismus auf zwei verschiedenen Ebenen. Ebene eins oder auch das “äußere System” besteht aus alle äußeren und inneren Schutzbarrieren wie unserer Haut oder unseren Schleimhäute. Ebene zwei oder das „innere System“ besteht aus Immunzellen und Proteinen. Wir sind letztendlich tagtäglich vielen verschiedenen Angreifern ausgesetzt, die nur darauf warten, unseren Körper zu ihrem Wirt zu machen. Schon die kleinste Verletzung kann das Eindringen von Pathogenen begünstigen. Zum Beispiel, wenn man sich am Papier schneidet – autsch! Ein Sicherheitsverstoß auf Ebene eins. Immunzellen werden aktiviert und wandern sofort zum verletzten Gewebe und attackieren Pathogene. Zusätzliche Hilfe bekommen die Immunzellen von neun verschiedenen Proteinen oder Enzymen, die unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen, wie beispielsweise Bakterien markieren oder zerstören. Insgesamt reagiert das angeborene Immunsystem also sehr schnell auf eine Bedrohung, aber eben auch unspezifisch. Soll heißen, das angeborene Abwehrsystem reagiert immer gleich und unterscheidet nicht zwischen Pathogenen. Und wenn sich jetzt Pathogene beispielsweise sehr schnell vermehren und ausbreiten – also schneller sind als die natürliche Abwehr? Ein Sicherheitsverstoß auf Ebene zwei sozusagen? Nun, in diesem Fall schaltet sich das erworbene oder auch adaptive Abwehrsystem dazu. Das ist die dritte Verteidigungsebene unseres Körpers bestehend aus B und T Lymphozyten sowie Antikörpern. Die adaptive Abwehr identifiziert Pathogene und bildet dann hierauf zugeschnittene Antikörper. Was wiederum bedeutet, dass dieses System natürlich um einiges langsamer reagiert als die angeborene Abwehr, dafür bildet sich aber ein immunologisches „Gedächtnis“. Wenn wir also dem gleichen Angreifer nochmals ausgesetzt werden, kann die adaptive Abwehr schnell und effektiv reagieren, was wir dann als aktive Immunität bezeichnen. Eine oft jahrelange oder gar lebenslange Immunität, die wir zum Beispiel nach einer durchgemachten Kinderkrankheit wie Masern bekommen oder nach einer Schutzimpfung haben.

Die weißen Blutkörperchen, oder auch Leukozyten, werden gerne als das Rückgrat unseres Immunsystems bezeichnet. Sie werden im Knochenmark gebildet, zirkulieren im Blut- oder Lymphstrom und scannen unseren Körper kontinuierlich auf Eindringlinge. Unser Körper produziert bis zu 100 Milliarden weiße Blutkörperchen am Tag, was so viel bedeutet, dass in einem Mikroliter Blut – also ungefähr einem Tropfen – zwischen 4500 und 11000 Leukozyten enthalten sind. Die fünf verschiedenen Gruppen der Leukozyten nehmen unterschiedliche Aufgaben wahr: Neutrophile sind die Ersthelfer – sie töten und verdauen Bakterien, Lymphozyten – produzieren Antikörper, Monozyten – zerstören Bakterien und aktivieren das Immunsystem, Eosinophile – Fresszellen, die hauptsächlich Parasiten unschädlich machen und Basophilie – Auslöser von Entzündungen und allergischen Reaktionen. Das kann man sich mit dieser englsichen Eselsbrücke ganz leicht merken: never let monkeys eat bananas.
Unser Darm ist ein weiterer wichtiger Player dieses komplexen Verteidigungssystems. Wie wir wissen, ist der Darm eine Schutzbarriere zwischen der Außenwelt und dem inneren unseres Körpers und zugleich auch die erste Verteidigungslinie unseres Körpers gegen Angreifer. Er reagiert auf Reize von außen, sprich Nahrung oder andere Substanzen, die wir zu uns nehmen, und stellt sicher, dass Wasser und Nährstoffe absorbiert werden während weniger günstige Substanzen wie Bakterien, Viren und Toxine ausgeschleust werden. Rund 70% der Zellen unseres Immunsystems sind in der Darmwand angesiedelt – das darmassoziierte lymphatische Gewebe oder kurz GALT. Jüngste Studien zeigen auf, dass die Darmflora und unser Immunsystem nicht nur miteinander kommunizieren, sondern sich auch gegenseitig unterstützen und regulieren. Was so viel bedeutet, dass große Veränderung im Darm auch das Immunsystem aushebeln können. Das Gute daran ist, dass wir selbersehr viel tun können, um die Darmgesundheit und unser Immunsystem zu unterstützen. Wir haben es in der Hand – schon eine kleine Veränderung unserer Lebensgewohnheiten wird sich positiv auf unsere Gesundheit aus. Wie zum Beispiel genügend Schlaf, Stress-Management im beruflichen und privaten Bereich, und natürlich auch eine ausgewogene Ernährung.

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