Wenn wir mal so überlegen, was der menschliche Körper tagtäglich leistet und welche komplexen, biochemischen Prozesse er dabei bewerkstelligt, kann man zu Recht sagen, dass unser Körper ein Wunderwerk der Natur ist. Wir Menschen definieren uns ja gerne über unsere Talente und Fähigkeiten und nehmen unseren Körper als individuelle Einheit wahr. Eine Einheit, die in unserer Wahrnehmung völlig selbstständig und autark funktioniert. Nun, jüngste Forschungen haben aber aufgezeigt, dass der Mensch weitaus mehr ist als eine individuelle Einheit – der Mensch ist ein wandelndes Ökosystem.

Tatsächlich leben Milliarden von Mikroorganismen – auch Mikroben genannt – auf oder in unserem Körper. Dazu zählen Bakterien, Pilze, Viren und andere Organismen. Fleißige kleine Helferlein, die wir nicht so abtun sollten, denn unser Körper kann ohne sie nicht optimal funktionieren. Der Großteil der Mikroorganismen lebt im Darm – im Dickdarm, um genau zu sein. Die unterschiedlichen Populationen von Bakterien bezeichnet man als Darmflora oder auch als „Mikrobiota“, wohingegen „Mikrobiom“ die Bezeichnung für die Gesamtheit der Mikroorganismen inklusive ihrer Gene ist. Verwirrend? Ja, denn die Definitionen überschneiden sich und die beiden Begriffe werden auch oft austauschbar verwendet. Um das ein wenig zu veranschaulichen: wenn wir über spezifische Mikroorganismen reden wie zum Beispiel die nützlichen Probiotika Bifidobakterien oder Laktobazillen, dann reden wir über die Mikrobiota oder die Darmflora. Und wenn wir uns auf das Mikrobiom beziehen, dann reden wir über die ungefähr 100 Milliarden Bakterien in unserem Darm, die sich aus 400 – 1800 verschiedenen Stämmen zusammensetzen und gut und gerne eine Gesamtmasse von 2kg haben können! Was bedeutet, dass das Mikrobiom circa 1 – 3% unseres Körpergewichts ausmacht. Ganz schön viel!

Und wozu brauchen wir die Mikroorganismen? Die Mikroben übernehmen vielfältige Aufgaben und unterstützen unseren Darm, indem sie das Immunsystem stärken, Nährstoffe aufschließen, Vitamine und Hormone produzieren und Schutz gegen Pathogene leisten. Forschungen haben auch bewiesen, dass ein “geheimer Dialog” zwischen dem Darm und dem Gehirn stattfindet, was auch als Darm-Hirn-Achse bezeichnet wird. Soll heißen: der Darm hat eine ganze Reihe von Aufgaben und ist nicht einfach nur mit „Verdauung“ beschäftigt. Das Mikrobiom wird deswegen auch oft als ein weiteres Organ angesehen und als „zweites Gehirn“ bezeichnet. 

Um gesund und fit zu bleiben, müssen wir dieses feine Gleichgewicht im Mikrobiom aufrechterhalten. Mikroorganismen sind leicht zu manipulieren – soll heißen, sie reagieren schnell auf geänderte Umstände und passen sich an. Obwohl die Wissenschaft hier noch am Anfang steht und noch nicht alle Geheimnisse des Mikrobioms erforscht hat, wissen wir heute alle, dass eine ausgewogene Ernährung bestehend aus den fünf Nahrungsgruppen nicht nur förderlich für unsere Gesundheit ist, sondern auch unseren Bedarf an Nährstoffen deckt. Nun die „Big Five“ der Nahrungsgruppen sind Gemüse, Obst, Getreide, Proteine und Milchprodukte. Tja, leider steht Schokolade aber nicht auf der Liste und im Umkehrschluss heißt das, wenn man sich hauptsächlich von kalorienreichen, ballaststoffarmen und verarbeiteten Lebensmitteln ernährt, schadet das langfristig auch der Darmflora. Um das Ganze zu verbildlichen: wenn man also kein Gemüse ist, besteht auch kein Bedarf an cellulolytischen Bakterien, die die Cellulose aufbrechen. Diese Bakterien sterben dann ab und es entsteht ein Ungleichgewicht, was auch gleichzeitig weniger Vielfalt bedeutet. Und so entsteht ein „Freiraum” der schnell von ungünstigen Bakterien besiedelt werden kann. Gerät das Gleichgewicht derart aus den Fugen, sprechen wir von einer Darm Dysbiose. Eine beeinträchtigte Darmgesundheit kann Allergien und Autoimmunreaktionen auslösen und auch zu chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Magen-Darm-Erkrankungen führen. Es gibt aber auch noch viele andere Faktoren, die unsere Darmflora beeinflussen, zum Beispiel wie wir auf die Welt gekommen sind, unsere Umgebung, unsere Gene, Stress oder auch Medikamente wie Antibiotika. 

Zu wissen, dass Mikroorganismen so schnell auf Veränderungen reagieren, verschafft uns ganz klar einen großen Vorteil. Wir können ja ganz einfach etwas für unsere Gesundheit tun, indem wir kleine Veränderungen in unserem Leben vornehmen und unsere Ernährung umstellen. Zum Beispiel, indem wir ballaststoffreiche Lebensmittel zu uns nehmen; Lebensmittel, die die für den Darm förderlichen Präbiotika und Probiotika enthalten. Und was ist der Unterschied? PrÄbiotika sind eine Art Ballaststoff, den der menschliche Körper nicht verdauen kann, und Probiotika sind lebende Organismen wie Bifidobakterien oder Laktobazillen. Oder ganz einfach ausgedrückt: Präbiotika sind die Nahrungsgrundlage für Probiotika. Besonders reich an präbiotischen Ballaststoffen sind Chicorée, Bananen, Spargel, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Äpfel und auch Mandeln. Und fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir, Kimchi, Sauerkraut und Kombucha sind hervorragende Probiotikaquellen. Und obwohl eine ausgewogene Ernährung im Vordergrund stehen sollte, können Nahrungsergänzungsmittel mit Bifidobakterien und Laktobazillen eine gesunde Darmflora unterstützen und auch den Wiederaufbau von Darmbakterien fördern. 

 

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