„Die Erforschung und somit Kenntnis des Mikrobioms als Gesamtheit aller Mikroorganismen , die den menschlichen Körper natürlicherweise besiedeln, ist der Schlüssel zu einem neuen Verständnis von Gesundheit und Krankheit.“ das waren die Kernaussagen einer aktuellen Fortbildung für Apotheker in Kiel.

Hoffnung machend sind solche Veranstaltungen, zeigen sie doch, dass die Wissenschaft mehr und mehr die Bedeutung des menschlichen, unseres Mikrobioms erkennt, das uns, ähnlich wie unser Fingerabdruck, einzigartig macht. Ohne unsere Heerscharen von Helfern in Mund/Nase/Ohren, Darm und Haut könnten wir nicht leben und ohne uns gibt es unser Mikrobiom nicht. Doch wir belasten unsere Helfer: Jede Antibiotikagabe, manchmal absolut notwendig, schädigt auch unsere „guten“ Bakterien, zu viel Antibiotika im Tierfutter, Konservierungsmittel in Fertignahrung, unausgewogene Ernährung mit zu viel Zucker, Fett, weißem Mehl und zu wenig Gemüse, Obst und Nüsse reduzieren die Vielfalt der Mikroorganismen - all das macht uns anfälliger für Allergien, chronische Krankheiten, Fettleibigkeit und vieles mehr, was spürbar, messbar und Tatsache ist. Warum tun wir uns dann so schwer, konkret etwas dagegen zu unternehmen? In unserem Gesundheitssystem wird viel Geld ausgegeben und um die Mittel zielgerichtet, nachvollziehbar und effizient einzusetzen werden sie nur für nachgewiesene Wirksamkeit, beispielsweise für klinisch getestete Arzneimittel verwendet. In extrem komplexen Systemen wie dem Zusammenhang zwischen Mikrobiom und Allergien, chronischen Krankheiten usw. kostet dieser Nachweis zur Wirksamkeit von Maßnahmen oder Mitteln nicht nur enorme Summen, sondern dauert sehr lang. In der Zwischenzeit lassen sich einmal eingeschlagenen Wege nur langsam und mühselig umdrehen. Maßnahmen wie zum Schutz der Insekten, der Zuwendung zu erneuerbaren Energien, Ausweisung von Schutzgebieten, Beschränkungen zum Fischfang und anderen Ausbeutungen gehen in die richtige Richtung, zeigen aber auch wie schwer wir uns tun, um Gewohnheiten zu ändern, besonders wenn sie wirtschaftliche Auswirkungen haben. Damit auf diesen langen Wegen nicht unwiederbringliche Fakten geschaffen werden, Bakterienarten aussterben und bakterielle Lebensgemeinschaften verschwinden, wurde „MICROBIOTA VAULT“ durch die KLS Kiel Life Science an der Christian Albrecht Universität in Kiel gestartet. Dort werden essentielle Bestandteile der Mikrobiome spezifischer, von der industriellen Lebensweise noch unbeeinflusster, ursprünglicher Bevölkerungsgruppen gewonnen und erhalten. Diese Mikroorganismen-Speicher-Initiative sucht derzeit nach geographisch geeigneten, politisch stabilen Standorten und testet die  Erhaltung der Mikrobiome durch beispielsweise Gefriertrocknung. 

KLS-homepage - https://www.kls.uni-kiel.de )

Die Abhängigkeit des Menschen von seinem Mikrobiom und die Abhängigkeit des Mikrobioms von seinem Menschen ist erkannt. Ein Anfang ist gemacht. Die Forschung wird zunehmend Klarheit über die komplexen Wechselbeziehungen zu unserem Mikrobiom schaffen und Mittel und Wege finden, sie zu verbessern. Daraus ergeben sich Maßnahmen zur Behandlung von Ursachen von Krankheiten, wo heute bestenfalls Symptome verbessert werden können. Aber das braucht Zeit. Andererseits kann jeder von uns dazu beitragen das Tempo zu erhöhen, durch viele kleine Maßnahmen, durch Anpassung der täglichen Gewohnheiten hin zur eigenen Gesundheit, zum eigenen Wohlbefinden und dadurch auch zur Verbesserung des Ganzen.

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